Die wunderbar bunte Welt der Philomena

Die St. Johanner Künstlerin Philomena Pichler erzählt aus ihrem Leben und gibt dabei Einblicke in die Kunst zu träumen.

Ausgerechnet Grau in Grau, kühl und regnerisch empfängt mich die Bundeshauptstadt in diesem „Jahrhundertsommer“, in dem zuvor wochenlang ein Hitzerekord den anderen jagte. Der Regen scheint alle Farben aus dem Stadtbild gewaschen zu haben, die Fassaden der zahllosen altehrwürdigen Bauten wirken schmutzig, die sonst so prächtige goldene Jugendstil-Kuppel der Secession ist jedes Glanzes beraubt und selbst der Steffel erhebt sich eher blass gegen die eintönig dunkle Wolkendecke. Die sonst so inspirierende Stadt, die selbstverständlich auch bei schlechtem Wetter ihren Charme hat, vermag mich an diesem Tag kaum in ihren Bann zu ziehen und so haste ich bloß möglichst schnell zu meinem Termin. „An einem Regentag beginnen die Farben zu leuchten“, hatte Hundertwasser einst gesagt. Am Land stimmt das auch, an einem trüben Tag kommen dort die Farben der Natur, jene der Wiesen und Wälder, in Relation zum bewölkten Himmel besonders zur Geltung. In der Stadt, in diesem Häuserdschungel, aber ist mir dieses Mal so, als verschmelze alles in ein graues Einerlei, kühl, kontrast- und farblos, wie die Farbe Grau selbst auch. Doch dann öffnet sich irgendwo im fünften Bezirk unverwandt eine Tür zu einer scheinbar vor der verregneten Stadt verborgenen Welt voller intensiver, leuchtender Farben und Formen, voller Bilder und Kunstobjekte. Eine Welt, die mich in ihrer Buntheit und sprühenden Kreativität sofort begeistert. Ein Refugium vor dem grauen Alltag. Ein Ort, an dem die künstlerische Aura und Schaffenskraft spürbar in der Luft hängt. Die bunte Welt, das Atelier der aus St. Johann stammenden Künstlerin Philomena Pichler.

Philomena Pichler St. Johann Künstlerin

Bekannt ist Philomena vor allem für ihre moderne Objektkunst, für ihren Bilderwald bestehend aus hunderten von Rollen, die rundherum mit Bildern bedeckt sind. Jeder einzelne dieser sogenannten „Bäume“ ist ein Unikat, der ganze „Wald“ ein wahres Gesamtkunstwerk. Während unseres Interviews betrachte ich immer wieder staunend einige dieser bunten Stangen, die je nach dem, wie man sie dreht, andere Motive entdecken lassen und an denen man sich wohl nie sattsehen kann. Aber davon will mir Philomena erst später mehr erzählen.

Philomena Pichler St. Johann Künstlerin

Zwischen Heimatverbundenheit und Bergaversion

„Wenn i im Atelier bin, låss i die Tür immer an Spalt offen, damit die Leit wissen, dass’ einakemma kinnan“, sagt Philomena. Ihrem Dialekt, ihren Wurzeln ist sie immer treu geblieben, auch wenn sie schon seit 1992 gemeinsam mit ihrem Mann Ferdinand in Wien wohnt. Der Kunst wegen ist sie hierhergezogen, aber: „Mein Kitzbüheler Dialekt låss i ma nit nehma, es wird eh wieder mehr in, dass jeder so sei darf, wia a is.“ Die stärkste Verbindung in die alte Heimat sind aber natürlich Tochter Manuela, Enkelin Selina und Schwiegersohn Gidi, die in Kirchdorf wohnen. Sie besuchen einander regelmäßig und via Internet übernimmt Manuela für ihre Mama auch vieles der Organisation. In Philomenas Online-Lebenslauf steht: „Obwohl sie künstlerisch schon früh über die Grenzen ihrer Heimat hinausblickte, blieb Tirol lange der Mittelpunkt ihres Lebens und ihrer malerischen Tätigkeit.“ Vermisst sie denn die Berge gar nicht? „A bissi heimatbezogen bin i sowieso, wenn i auf’m Flohmarkt eppas mit Bergbezug seh’, muss i des oiwei glei kaufen – a Buch vom Luis Trenker mit Walde-Umschlag zum Beispiel“, erzählt sie. Lächelnd gesteht sie dann aber auch: „Die Berg’ söwa vermiss i owa nit besonders, weil i auf dia eh nia auffi wollt.“ 

Zehn Zimmer für zehn Kinder

Philomena, deren Name laut Taufschein eigentlich mit „F“ geschrieben wird, ihr mit „Ph“ als Künstlername aber besser gefällt, kommt 1947 auf die Welt. Sie wächst in einer kinderreichen, aber liebevollen Familie gemeinsam mit neun Geschwistern – sieben Mädchen, zwei Buben – auf. Noch heute haben die Geschwister regelmäßig Kontakt, Zusammenhalt wird seit jeher großgeschrieben. „Der Jüngste hatte es am besten“, lacht Philomena – „der wår als Baby krånk, den durft ma nit ärgern“. Es ist eine schwierige, entbehrungsreiche Zeit nach dem Krieg, überhaupt für eine so große Familie. Dennoch haben die Geschwister einen für die damalige Zeit großen Luxus: eigene Zimmer. Ihr Vater, ein gebürtiger Kitzbühler, ist nämlich Maurer und als die Familie von St. Johann nach Kirchdorf zieht, plant er das neue Heim so klug, dass sich dem Gang entlang zehn kleine Zimmer befinden, für jedes Kind eines. Früh lernen die Geschwister, zusammenzuhalten, aufeinander aufzupassen und zu teilen: „I wår natürlich der Babysitter für die Jüngeren. Mia håmb nit vü kob, owa månchmoi håmb mia a Sackerl Zuckerl von den Großeltern bekommen, des wurde dånn selbstverständlich redlich aufgeteilt.“ Früh kristallisiert sich aber auch Philomenas Talent und Liebe zur Malerei heraus. „I håb immer scho gemalt, wollt als Kind scho Malerin werden, aber da mia so viele Kinder wår’n, konnten mi meine Eltern nit nåch Wien zur Ausbildung schicken.“

Philomena Pichler St. Johann Künstlerin

Vom Stoff zur Leinwand

Also machte Philomena die kaufmännische Berufsschule und arbeitete in verschiedenen Betrieben – „da müsst i jetzt selber nachdenken, wo i überall gearbeitet håb“ –, unter anderem in der Dirndl-Produktion, wo sie recht untypische Gegenstände mit ihren Zeichnungen verzierte: „I håb immer die Nähmaschinen angekratzelt, des håt ma dånn nur mit Cif wieder weg’bråcht“, grinst sie schelmisch. Im Kolpinghaus mietet Philomena zu dieser Zeit schon ein Zimmer zum Malen. Die kreative Ader hat sie zweifelsohne von ihrer Mama, jene setzt künstlerische Ideen nämlich in der Handarbeit, etwa im Häkeln und Teppichknüpfen, geschickt um und verbringt ihre Freizeit stets mit kreativen Tätigkeiten. Auch Philomena näht Jahrzehnte später übrigens vieles selbst, nämlich für ihre Tochter Manuela, die lieber so wie ihre Freundinnen Gewand aus dem Geschäft hätte, weswegen Philomena einfach die passenden Etiketten einnäht. Sie lächelt wieder verschmitzt.

Die ersten Erfolge

Die künstlerische Arbeit neben ihrer Anstellung in der Dirndl-Produktion trägt in ihrer Jugend jedenfalls bald erste Früchte: Mit zarten 17 Jahren erhält Philomena den Anerkennungspreis des Kölner Stadtanzeigers, mit 20 ist sie bereits bei einer Ausstellung in Hamburg dabei. Für Letzteres hatte sie ein Bild eingeschickt und eine Geschichte dazugeschrieben, wie es ihr beim Malen dieses Bildes gegangen war. Ihre Einreichung wurde mit dem ersten Platz gekürt – von 8.000 Einsendungen. Sie wird zur Ausstellungseröffnung mit hochrangigem Publikum eingeflogen: „Då bin i ma direkt wia a Star vor’kemma, s’Fernsehen håt mi vom Flugplatz abgeholt, um an Bericht über mi zu drehen“, erinnert sich Philomena. „Dånn bin i hoam, mit so ana hochen Nase“, erzählt sie weiter und zeigt lachend nach oben, „då håt die Mama gesåg’t, etz måg i scho wieder owasteig’n vo meinem hohen Ross. Des wår scho a Herzschmerz fi mi, åb då håb i mi nimmer traut, richtig stolz z’sei, owa sie hatte scho recht, die Mama. Wenn i den Dämpfer vo ihr nit kriagt hätt, wär i gånz abgehoben worden.“  Sie lächelt vielsagend und meint: „Die Eltern haben ja mit so vielem recht, des ma erst im Nachhinein sieht, die Wertschätzung kimmb erst später. Eltern wollen natürlich nur schene Erlebnisse fi ihre Kinder, owa ma kann sie nit vor allem bewahren, am meisten lernt ma sowieso aus den negativen Dingen.“

Vom Stoff zur Leinwand

Also machte Philomena die kaufmännische Berufsschule und arbeitete in verschiedenen Betrieben – „da müsst i jetzt selber nachdenken, wo i überall gearbeitet håb“ –, unter anderem in der Dirndl-Produktion, wo sie recht untypische Gegenstände mit ihren Zeichnungen verzierte: „I håb immer die Nähmaschinen angekratzelt, des håt ma dånn nur mit Cif wieder weg’bråcht“, grinst sie schelmisch. Im Kolpinghaus mietet Philomena zu dieser Zeit schon ein Zimmer zum Malen. Die kreative Ader hat sie zweifelsohne von ihrer Mama, jene setzt künstlerische Ideen nämlich in der Handarbeit, etwa im Häkeln und Teppichknüpfen, geschickt um und verbringt ihre Freizeit stets mit kreativen Tätigkeiten. Auch Philomena näht Jahrzehnte später übrigens vieles selbst, nämlich für ihre Tochter Manuela, die lieber so wie ihre Freundinnen Gewand aus dem Geschäft hätte, weswegen Philomena einfach die passenden Etiketten einnäht. Sie lächelt wieder verschmitzt.

Die ersten Erfolge

Die künstlerische Arbeit neben ihrer Anstellung in der Dirndl-Produktion trägt in ihrer Jugend jedenfalls bald erste Früchte: Mit zarten 17 Jahren erhält Philomena den Anerkennungspreis des Kölner Stadtanzeigers, mit 20 ist sie bereits bei einer Ausstellung in Hamburg dabei. Für Letzteres hatte sie ein Bild eingeschickt und eine Geschichte dazugeschrieben, wie es ihr beim Malen dieses Bildes gegangen war. Ihre Einreichung wurde mit dem ersten Platz gekürt – von 8.000 Einsendungen. Sie wird zur Ausstellungseröffnung mit hochrangigem Publikum eingeflogen: „Då bin i ma direkt wia a Star vor’kemma, s’Fernsehen håt mi vom Flugplatz abgeholt, um an Bericht über mi zu drehen“, erinnert sich Philomena. „Dånn bin i hoam, mit so ana hochen Nase“, erzählt sie weiter und zeigt lachend nach oben, „då håt die Mama gesåg’t, etz måg i scho wieder owasteig’n vo meinem hohen Ross. Des wår scho a Herzschmerz fi mi, åb då håb i mi nimmer traut, richtig stolz z’sei, owa sie hatte scho recht, die Mama. Wenn i den Dämpfer vo ihr nit kriagt hätt, wär i gånz abgehoben worden.“  Sie lächelt vielsagend und meint: „Die Eltern haben ja mit so vielem recht, des ma erst im Nachhinein sieht, die Wertschätzung kimmb erst später. Eltern wollen natürlich nur schene Erlebnisse fi ihre Kinder, owa ma kann sie nit vor allem bewahren, am meisten lernt ma sowieso aus den negativen Dingen.“

Die wunderbar bunte Welt der Philomena 1

Gegensätze ziehen sich an

Es folgen weitere Preise und Auszeichnungen bei diversen Malwettbewerben. Auch privat läuft es gut, sie lernt ihren Ferdinand mit 21 Jahren kennen – ausgerechnet beim Berggehen. Die hübsche Philomena ist damals eine ziemlich „wüde Henn“, hat schwarz gefärbte, lange Haare und ist am Kaiser bei Schnee mit hochhackigen Stiefeln ohne Profil unterwegs, „wia a Touristin“, lacht sie heute. Ihr zukünftiger Mann hingegen ist bei der Edelweißgilde. Die beiden treffen sich auf der Ackerlhütte, haben ihr Nachtquartier zufällig nebeneinander, verlieben sich und heiraten – allerdings erst nach zehn Jahren Beziehung. Philomena zuckt mit den Schultern: „Die Zeit is einfach so schnell verronnen.“ So ist das wohl immer, wenn man glücklich ist und das sind die beiden noch heute.

Ein künstlerischer Tausendsassa

Philomena wird immer bekannter, sie hat viele internationale Ausstellungen, etwa in Deutschland, Italien, Ungarn, Frankreich und den USA. Als Gründungsmitglied des Vereins „Kitzbühel Aktiv“ stellt sie aber auch in ihrer Heimat häufig aus und bleibt Tirol immer verbunden. Als das Ehepaar 1992 nach Wien geht, müssen die beiden erst einmal klein anfangen, beziehen zunächst winzige Wohnungen, bevor sich die Gelegenheit ergibt, das Atelier mit der Wohnung direkt darüber zu übernehmen. In der Zeit der vielen Umzüge lernt die Künstlerin aber ebenso viele kreative Menschen kennen, die ihr Schaffen nachhaltig prägen. Außerdem unterstützt Ferdinand sie stets sehr – er ist stolz auf seine begabte Frau.

Philomena ist eine Vertreterin der modernen Kunst, malt alles, ob abstrakt oder figürlich, ob bunt oder schwarzweiß, ob mit Acrylfarben oder Buntstiften, probiert alles aus, bindet die unterschiedlichsten Materialien in ihre Werke ein, von Glasperlen über Fundstücke vom Flohmarkt, fertigt Skulpturen an und übt sich in Recycling-Kunst. Dabei kann es schon einmal vorkommen, dass sie Bettrahmen und Lattenroste durch halb Wien schleppt – getreu dem Motto: selbst ist die Frau! Philomena ist taff, ausgesprochen selbstständig und verwirklicht ihren Traumberuf auch ohne künstlerische Hochschulausbildung, dafür mit viel Fleiß, Ausdauer, Ideenreichtum und Übung. Sie ist Autodidakt, hat sich sämtliche Fertigkeiten selber beigebracht und beherrscht die unterschiedlichsten Maltechniken. „Wenn ma so viele Jahrzehnte lång malt, probiert ma alles aus. Berühmte Künstler håmb mi immer scho inspiriert, ma eignet si nåch und nåch alle Techniken an“, erzählt sie. Die verschiedensten Techniken sind auch auf Philomenas kunstvollen Stangen vereint, das lässt sich unschwer erkennen. Doch wie kam es nun zu dieser Idee und wie werden die Stangen gefertigt?

Philomenas Stangen-Wald

„Wie genau i des mach, kann i dir nit erzählen, des is sowås wie a Geheimrezept“, meint sie lachend. „Aber wie des gekommen is, såg i da gern: Des kann nur im Winter passiert sei, weil’s då im Atelier sehr, sehr kalt is.“ In den ersten Jahren arbeitet Philomena deshalb während der Wintermonate nicht im Atelier, sondern im Wohnzimmer, wo sie nur kleine Bilder malen kann. Irgendwann beginnt sie dann damit, diese Bilder auf Rollen zu kleben, zunächst auf Rollen für Toilettenpapier, dann auf Küchenrollen. Jene kleidet sie innen aus und steckt sie mit Stricknadeln auf Schaumstoff – so entsteht ihr erster Miniaturwald. Mit ihrer wachsenden Begeisterung für dieses Projekt wächst nicht nur der Baumbestand, sondern auch die Größe und Dicke ihrer „Bäume“: Philomena verwendet mittlerweile große Stangen, wie zum Beispiel aus der Stoffproduktion; die Firma, welche diese Stangen produziert, ist vom Projekt der Künstlerin begeistert.

Für eine Stange braucht Philomena Unmengen an kleinen Bildern, die sich – auf die Oberfläche der Rollen montiert – erst zu wunderbaren Geschichten vereinen. Die Idee hinter dem Stangen-Konzept war ursprünglich jene, dass auch jemand, der wenig Platz zu Hause hat, sich Kunst anschaffen könnte, die um ein Stück gedreht täglich ein anderes Bild ergäbe. Bald entschied Philomena aber, die Bäume nicht zu verkaufen, weil sie sonst schließlich irgendwann keinen Wald mehr ergeben würden. Mittlerweile hat sie 500 solcher Bäume, aufgeteilt auf vier Wälder.

Philomena Pichler St. Johann Künstlerin

Die Freude ist nicht anders als mit 20

2003 überredet eine Künstler-Freundin Philomena dazu, mit ihren Bäumen, die damals noch „Objektstangen“ genannt wurden, bei einem größeren Wettbewerb teilzunehmen: „Sie håt g’sågt: ,Du Meni, in Mils is a Wettbewerb, wär toll, wenn du mit deinen Stangen hinfährst.‘ De Veranstaltung wår dånn in einem schönen Schlossgarten, s’Problem wår nur, dass i nit g’wisst håb, ob i då meine Stangen überhaupt einschlagen darf. Das nächste wår dann, dass i eigentlich as Ergebnis gar nit wissen wollt, oiwei no weiter håb i mi in mein hintersten Winkel verschloff’n bei der Verkündung. Dånn håb tatsächlich i den ersten Preis g’måcht!“ Das war eine Freude wie damals, als sie als junges Mädchen nach Hamburg fliegen durfte. „I wår wie gelähmt, hätt ma nit denkt, dass i oite Kroch des g’winn. Owa ma reagiert nit ånders als mit 20 auf so einen Preis.“

Philomena Pichler St. Johann Künstlerin

Reich an Träumen

Philomena gewinnt auch sonst viele Kunstpreise (etwa den „Artritudes“ in New York, den Preis des Museums Rade in Hamburg und jenen der Tiroler Kulturtage), nimmt mit ihrer modernen Kunst an zahlreichen Ausstellungen teil und gelangt so zu internationalem Ansehen.

Erst kürzlich erhielt Philomena eine weitere Anerkennung, über die sie sich auch mindestens genauso gefreut haben muss wie damals mit 20: Das Büro des renommierten Wiener Künstlerhauses zog in Philomenas direkte Nachbarschaft und wohlwissend, dass eigentlich nur akademische Künstler genommen werden, gab sich Philomena einen Ruck und bewarb sich mit allerlei Zeitungsausschnitten. „Wenn’s scho neben der Haustür is, kann ma’s jå probieren“, dachte sie sich, „i håb jå scho allerhand vorzuweisen, des is sicher a Vorteil.“ Und tatsächlich: Sie wird als bildende Künstlerin für Malerei und Skulpturen aufgenommen, eine große Ehre. Die Würdigung ihres bisherigen Lebenswerkes. 

Nach wie vor malt Philomena täglich, die Kunst ist ihre Berufung und jene kennt kein Pensionsalter. Außerdem hat sie auch wieder viele Ausstellungen, etwa in Mailand und London. Sie ist heute erfolgreicher denn je – wobei sie deutlich macht, dass in der Kunst dem „erfolgreich“ oft die letzte Silbe fehlt. „Die Karriere is då, da Bekanntheitsgrad a, owa des bringt nit zwingend a Geld ein. Außerdem is zwar’s Interesse groß, owa die Konkurrenz a.“ Doch sie gibt gleichzeitig zu bedenken: „Ma braucht Euphorie im Leben, das Gefühl an Traum verwirklichen zu müssen, a wenn vielleicht nit immer ois so klappt, wie ma si des vorstellt.“

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