Regionales Unternehmen?
Partner werden

KitzVenture mit neuem dubiosen Geschäft – Desinfektionsmittel & Schutzmasken zum Wucherpreis

“Es herrscht Goldgräberstimmung”. Zumindest für diejenigen, denen der eigene Vorteil in einer Krise wichtiger ist, als das Gemeinwohl. Die Firma kitzVenture verkauft dieser Tage maßlos überpreiste Desinfektionsmittel und Schutzmasken, welche an allen Ecken fehlen, im eigenen Onlineshop.

Es scheint, als würde die Welt dieser Tage trotz Quarantäne und Isolation etwas näher zusammenrücken. Plötzlich wirkt es so, als würden alle am selben Strang ziehen, jeder sein bestmögliches tun, um seinen Beitrag zu leisten, um die Corona-Krise zu überwinden. Das eigene Wohl hinter das Gemeinwohl zu stellen, so lautet dieser Tage die Devise. Unternehmen stellen ihren regulären Betrieb ein und stellen nicht benötigte Ressourcen bereit, um diese zum Beispiel den Risikogruppen zur Verfügung zu stellen. Die Zivilgesellschaft formiert sich in uneigennützigen Initiativen zur Speerspitze im Kampf gegen Covid-19.

Und dennoch gibt es sie. Die schwarzen Schafe. Die, die sich trotz allem nicht an die Verordnungen der Politik zum Schutz der Allgemeinheit halten. Aber auch die, die während der Rest der Gesellschaft zurücksteckt, Profit aus Angst, Krankheit und Warenengpässen schlagen wollen.

So glaubt etwa die Firma kitzVenture aus der Krisensituation Kapital schlagen zu können. Die Firma dürfte vielen ein Begriff sein. Angeklagt ist die Firma wegen schweren gewerbsmäßigen Betrugs in einem anderen Fall: 2016 offerierte die Firma ein Finanzprodukt, mit welchem bereits mittels Kleinstbeträgen in Startups (hochriskante Jungunternehmen) zu einem versprochenen Fixzinssatz von 9,75% p.a. investiert werden konnte – und das in Form von Nachrangdarlehen. Man muss kein Finanzexperte sein, um zu erahnen, dass die Begrifflichkeiten “Startup” und “Fixzinssatz” sich beinahe gegenseitig ausschließen. Gänsehaut sollte man bekommen, wenn man in diesem Zusammenhang von “Nachrangdarlehen” liest. Gläubiger dieser Kreditform gehen nämlich im Insolvenzfall – und bei Startups ist das zu 90% der Fall – als Letzte nachhause. Das Risiko eines Totalausfalls ist also hoch. Zur Bewerbung dieses betrügerischen Finanzprodukts wurden Werbeeinschaltungen im Hauptabendprogramm zugekauft, welche ironischerweise nie bezahlt wurden. Laut TT-Berichterstattung vom 16. Jänner 2020 soll der Prozess gegen kitzVenture wegen schweren gewerbsmäßigen Betrug sollte im April 2020 starten. Es gilt natürlich die Unschuldsvermutung (Quelle: TT vom 16.1.2020, >>> Zum TT-Artikel)


Werbung


Zwischen 2017 und 2019 wurde es ruhig um die dubiose Firma. Doch dann meldete sie sich zurück. Über 70 Marken mit Alltags-Begriffen mit Tirol-Bezug wie etwa “Tiroler Madl”, “Gamsstadt”, “Schwarzsee” oder “6370” ließ sich die Firma sichern. Perfide war die Vorgangsweise. Nicht nur, dass das Sichern dieser Begriffe sicherlich nicht im Sinne des europäischen Patentamts ist, viel mehr wurden gezielt Begriffe geschützt, die bereits von heimischen Unternehmen in Verwendung, aber eben ungeschützt waren. So sendete kitzVenture Abmahungen an besagte Betriebe in der Höhe von bis zu 100.000 Euro.

KitzVenture mit neuem dubiosen Geschäft - Desinfektionsmittel & Schutzmasken zum Wucherpreis 1
Bildnachweis: Screenshot Tourismuspresse.at


Es genügt ein Blick in eine kürzlich veröffentlichte Presseaussendung, um zu verstehen, dass die Geschäftsführung von kitzVenture es mit der Wahrung des eigenen Realitätssinnes nicht so ernst nimmt.

Als Antwort auf Landeshauptmann Günther Platter und Tiroler WK-Präsident Christoph Walser, welche zusicherten, gegen die Sicherung von Tiroler Alltags-Begriffen vorzugehen, forderte Landrock den Rücktritt beider Politiker, spielte die Rassismus-Keule (“Nur weil ich deutscher Staatsbürger bin”) und wandte sich an die Bundespräsidenten Van der Bellen (Österreich) und Steinmeier (Deutschland).

>>> Die wirre Presseaussendung findest du hier

Höhepunkt der Pietätlosigkeit noch nicht erreicht

Wer aber glaubt, der Zenit an Peinlichkeit wäre in der Causa kitzVenture bereits mit dem Markenstreit erreicht, wird dieser Tage eines Besseren belehrt.

Wie für die Sendung “Kontraste” des ARD recherchiert wurde, versucht kitzVenture derzeit erneut unternehmerisches Glück.

>>> Hier geht’s zum Beitrag mit Video

KitzVenture mit neuem dubiosen Geschäft - Desinfektionsmittel & Schutzmasken zum Wucherpreis 2
Bildnachweis: Screenshot mundschutzmasken24.com vom 12. März 2020



Und wie in den vorangegangenen Projekten nicht weniger dubios. Unter der Domain https://mundschutzmasken24.com/ vertreibt Landrock Schutzmasken und Desinfektionsmittel zum absoluten Wucherpreis, während dieselben Produkte derzeit an allen Ecken und Enden benötigt werden. Mit Stand 19. März 2020, 22.00 Uhr wurden zum Beispiel 1000ml Sterilium Desinfektionsmittel (VKP in Apotheken ca. 19,00 €) um 95,00 € angeboten. Mit Stand 12. März 2020 wurden 100ml desselben Produkts um 19,95 € angeboten (erhältlich in der Apotheke um ca. 5,00 €), was einem Literpreis von fast 200,00 € entspricht. 5 Mundschutzmasken (ohne Nennung von Herstellerdetails, etc.) kann man um schlanke 19,95 erwerben.

Update: Am 20. März, nach Ausstrahlung des ARD-Berichts, wurden Preiskorrekturen vorgenommen, die 1000ml Desinfektionsmittel sind nun ab 69,00 € (statt knapp 19,00 € Ladenpreis) erhältlich.

Image-Schaden ohne Konsequenzen

Der Name kitzVenture per se ist irreführend. Während die Marke “Kitzbühel” mit all ihren Abwandlungen “KitzXY” sehr positiv aufgeladen ist, sorgt die Firma kitzVenture mit jeder neuen dubiosen Geschäftsidee dafür, dass auch die Glaubwürdigkeit der Marke Kitzbühel angekratzt wird. Ebenso positioniert sich das Unternehmen als “Company Builder”, also ein Unternehmen das Startups kreiert. Dies ist sicherlich nicht im Sinne der Startup-Szene Österreichs, da der Begriff “Startup” hierzulande ohnedies damit kämpft, ernst genommen zu werden. Und während der Großteil der österreichischen Startups innovative Geschäftsmodelle betreibt, welche einen Mehrwert für Kunden, Wirtschaft oder gar die ganze Gesellschaft mit sich bringt, sind es die Ausreißer wie kitzVenture, die dem Ökosystem mit ihrem Agieren keinen Gefallen tun.

kitzVenture – Gott sei Dank selbstentlarvend

Zu Gute halten muss man dem aus Osnabrück stammenden Unternehmer jedoch, dass er sich und sein Wesen mit jedem neuen “Venture” selbst entlarvt. Wer sein Geschäftsmodell ausschließlich darauf basiert, anderen bewusst Schaden hinzuzufügen, sich nach jeder Berichterstattung ständig in die Opferrolle begibt und sich zeitgleich selbstbewusst als Top-Unternehmer gibt, der verliert ob seiner Böswilligkeit nicht nur Glaubwürdigkeit, sondern dies wird ihm am Ende des Tages jegliche Geschäftsgrundlage entziehen.

Share on facebook
Facebook
Share on whatsapp
WhatsApp
Share on email
Email
Share on print
Drucken

Werbeanzeigen

Wir bauen ein "regionales Amazon"

Wir unterstützen regionale Unternehmen dabei während der Krise online sichtbarer zu sein und ihre Produkte zu verkaufen. Komplett gratis und unverbindlich.

Bevor du gehst...

Wie wäre es, wenn wir in Kontakt bleiben? Kein Spam, versprochen. Nur ab und zu eine kleine Erinnerung mit aktuellen Angeboten und Geschichten aus der Region der Kitzbüheler Alpen.