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Das Urteil – die ländliche Region zum Sterben verurteilt?

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Die undenkbaren Folgen des “Kuh-Urteils” für uns alle!

Inzwischen hat es jeder mitbekommen. Der Landwirt und Almbesitzer aus dem Pinnistal, dessen Kuh eine deutsche Touristin auf tragische Art getötet hat, wurde im Strafrechtsverfahren freigesprochen.

Das Urteil erster Instanz im Zivilprozess schockt dafür umso mehr – € 480.000,00 soll der Bauer nun als Schadenersatz bezahlen.

Empörung zieht durch das ganze Land und über die Grenzen hinaus. Nicht nur Bauernvertreter jeglicher Couleur haben sich schockiert gezeigt, vor allem herrscht nun großflächige Verunsicherung – viele Almbauern und Landwirte haben bereits angekündigt, dass nun Alm- und Wanderwege geschlossen bleiben, oder der Almbetrieb gar eingestellt wird.

Sollte das Urteil so in zweiter Instanz bestätigt werden, ist das eine Katastrophe für die Landwirtschaft, den Tourismus und schlussfolgernd für die regionale Gesamtwirtschaft. Gerade in Tirol hängt ein Großteil der heimischen Betriebe an einem, wenn nicht an beiden Zweigen.

Über Eigenverantwortung und Eigentum

Hätte man Urteile wie dieses vor einigen Jahren hierzulande noch als wahnwitzig abgetan, so gleicht es immer mehr der Situation, die uns aus Übersee, den USA, bekannt ist. Das Urteil macht mehr als deutlich, dass immer mehr Menschen keine Eigenverantwortung mehr übernehmen wollen und der Respekt gegenüber Eigentum und schwerer Arbeit verloren geht.

Nicht nur dieses Urteil ist wegweisend dafür, viele Almbauern erzählen von schlechten Erfahrungen mit Wanderern. Durchgeschnittene Zäune und Drähte, Lärm und Verschmutzung, nicht angeleinte Hunde und viele andere Störfaktoren vermehren sich jedes Jahr.

Und es ist nicht so, dass von landwirtschaftlicher Seite agiert wird. Proaktive Kampagnenarbeit der Bauernvertreter im Bezug zum richtigen Umgang mit Tieren auf der Alm wird seit Jahren durchgeführt, um die Bewusstseinsbildung bei der Bevölkerung und Gästen zu stärken. So hat die Landwirtschaftskammer eigene Videos und Flyer, sogar mit bekannten Persönlichkeiten herausgegeben, mehr dazu findet ihr auf der Website der Tiroler LWK.

Warnschild der Tiroler Vieh Marketing

Das bisherige Zusammenspiel der verschiedenen Interessensgruppen ist gefährdet

Wenn die traditionelle Almbewirtschaftung, die ja auch Schutz vor Lawinen und Muren ist, nun zum Sterben verurteilt ist, trifft uns das alle, vom Gast, Zweitwohnsitzer und natürlich auch Einheimische – all jene, die gerne unsere schönen Berge besteigen.

Ein Rückgang der Almwirtschaft würde weitreichende, nicht auszudenkende Folgen haben und ein für den Bauern negativer Ausgang wäre ein beschämendes Urteil für unsere Gesellschaft. Es bleibt zu hoffen, dass sich das Blatt in II. Instanz wendet – nicht nur für den beschuldigten Landwirt, vor allem für die Zukunft unserer ländlichen Regionen.

Was können wir tun? Lasst die Traditionen weiterleben!

Bitte, liebe Herzregion-Leser, respektiert die Tiere und haltet euch an die Vorschriften und Empfehlungen im Umgang auf den Bergen, wir wollen unsere Region stärken, nicht schwächen.

Ich beim Almabtrieb 2018

Jeder Einzelne kann dazu beitragen, dass tragische Geschehnisse wie der Tod der Wanderin nicht wieder geschehen, aber auch, dass amerikanische Rechtsverhältnisse keinen Einzug in die österreichischen Gerichte finden!

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Werner Hofer aus Oberndorf in Tirol züchtet im Bichlach die seltenen “Wagyu-Rinder” und bietet das zarteste Fleisch der Region auch ab Hof zum Verkauf an. >>> Alle Informationen zu Hofer Bio Wagyu findest du hier

Julia Lettenbichler

Julia Lettenbichler

Julia Lettenbichler beschäftigt sich seit Jahren mit Traditionen und Brauchtum, vor allem mit der Wechselwirkung von Religion und Kultur. Das Ausweiten von regionalen Angeboten und den Erhalt des ländlichen Raumes sind ihr ein Anliegen. Seit 10 Jahren verwendet sie ausschließlich Naturkosmetik und hat sich auch im Bereich Kräuter ein Wissen angeeignet. Sie ist Angestellte in einer Rechtsanwaltskanzlei und auch politisch aktiv.

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